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Prothetik

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Die Prothetik ist ein wichtiger Teilbereich der Medizintechnik, die sich mit der Entwicklung und Herstellung von Prothesen bzw. dem künstlichen Ersatz für verlorene bzw. beeinträchtigte Organe und Körperteile beschäftigt. Wenn Menschen aufgrund von Schädigungen der Sinnesleistungen wie Hören und Sehen oder der Funktionsfähigkeit von Gliedmaßen behindert werden, kann die Medizintechnik mit modernen Entwicklungen und Techniken große Hilfe leisten.

 

Implantate für Sehbehinderte

Die Zahl der blinden Menschen in Deutschland liegt bei mehr 160.000 und etwa eine Million Menschen leiden unter Sehbehinderung. Die häufigsten Ursachen sind die altersbedingte Makuladegeneration, der grüne Star und die diabetische Retinopathie. Die Entwicklung von Retina-Implantaten befindet sich derzeit noch im experimentellen Stadium. Doch die forschungsintensive Arbeit und die technologischen Innovationen der Medizintechnik sind bestrebt, das Augenlicht der Menschen zu retten und Sehbehinderungen bis ins hohe Alter schonend zu beseitigen.

 

Hörvermögen

Mit zunehmendem Alter oder bedingt durch Krankheiten oder hohe Lärmbelastungen kann der komplexe menschliche Hörsinn beeinträchtigt werden. Wenn die Sinneszellen im Innenohr irreversibel geschädigt sind, kann lediglich ein Cochlea-Implantat weiter  helfen. Anders als bei einem traditionellen Hörgerät, wird beim Cochlea-Implantat das akustische Signal nicht wieder in Schall, sondern in einen elektrischen Impuls umgewandelt. Dieser Impuls stimuliert durch in die Gehörschnecke implantierte feinste Elektroden den Hörnerv. Die Technologie des Cochlea-Implantates ist noch relativ jung, aber lässt bereits bewundernswerte Erfolge verzeichnen.

Jährlich werden allein in Deutschland 1.000 bis 1.200 künstliche Implantate im Innenohr eingesetzt und  weltweit konnte bereits mehr als 100.000 Menschen mit beeinträchtigtem Hörvermögen durch das Cochlea-Implantat geholfen werden. Die Weiterentwicklung von Hörgeräten der Zukunft wird u.a. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung an der Universität Tübingen durch das Verbundprojekt „Sphärisches Rundfensterimplantat für Schwerhörige (RW-Implant)“ gefördert. Ziel ist es, ein teil-implantierbares Hörgerät zu schaffen, das hydromechanisch direkt an das Innenohr ankoppelt.

 

Extremitätenprothetik

Die Extremitätenprothetik befasst sich mit dem künstlichen Ersatz für verlorene menschliche Gliedmaßen. Dank der rasanten Fortschritte in der Mikroelektronik hat die Medizintechnik in den letzten Jahren moderne Ersatzgliedmaßen entwickelt, die körperlich behinderten Menschen heute zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen. Prothesenträger können heute ihr Leben maßgeblich einfacher und teilweise wie „gesunde“ Menschen gestalten. Zahlreiche Prothesenträger können ihren Beruf weiter ausüben, sportliche oder sonstige Aktivitäten treiben.

Inzwischen sind die Prothesen dermaßen hoch entwickelt, dass durch Spezialanwendungen wie Carbon-Prothesen Prothesenträger sogar bei Wettrennen mit unversehrten Sportlern mehr als mithalten können. Die Konstruktion von funktionsfähigen Arm- und Handprothesen ist schwieriger als die Konstruktion einer Beinprothese. Jedoch hat sich auch dieser Bereich in den letzen Jahren sehr positiv entwickelt. Die zukünftigen Entwicklungen im der Prothetik werden von der technologischen Miniaturisierung und den Fortschritten der Informationstechnologie profitieren. (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fördern – forschen – heilen, Medizintechnik in Deutschland)

 

Exemplarische Unternehmen