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Tissue Engineering

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Tissue Engineering spielt eine wichtige Funktion in der regenerativen Medizin, die das Ziel verfolgt, Heilungsprozesse oder verletzte Organe zu unterstützen sowie erkranktes Gewebe zu heilen bzw. teilweise zu rekonstruieren. Tissue Engineering ist eine interdisziplinär ausgerichtete Technologie wodurch  einfachere „Ersatzmaterialien“, z.B. eine künstliche Haut oder Knorpelmasse, sich wieder herstellen lassen. Tissue Engineering wird auch allgemein als „Gewebezüchtung“ bezeichnet. In den vergangenen zehn Jahren hat Gewebezüchtung aus körpereigenen Zellen für Zellforscher, Plastische Chirurgen und Unfallchirurgen zunehemend an Bedeutung gewonnen. Diese medizintechnische Methode hat in Europa bislang schätzungsweise 25.000 Menschen helfen können. Die Anwendungsmöglichkeiten von Tissue Engineering sind vielfältig. Es wird z.B. künstliche Haut eingesetzt, wenn durch Verletzungen oder Verbrennungen größere Hautflächen erheblich verletzt worden sind oder wenn Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus Hautflächen an Händen oder Füßen zerstören. Tissue Engineering hat bereits Erfolge in dem Ersatz von Gelenk-Knorpelgewebe gezeigt.

Man schätzt, dass allein in Deutschland 1,5 Millionen Menschen wegen degenerativer Gelenkerkrankungen behandelt werden, bei denen die hartgummiartige Beschichtung der Gelenkknochen verschleißt. Hier kann die bereits etablierte Technik der Autologen Chondrozyten-Transplanta-tion (ACT) helfen: Es wird aus körpereigenem Knorpelgewebe eine Probe entnommen. Im Labor werden lebende Knorpelzellen separiert und in einer Nährlösung vermehrt. Wenn sie in das Gelenk zurückgespritzt werden, produzieren sie dort das mangelnde Kollagen. Zudem findet Tissue Engineering in der Kosmetikentwicklung Anwendung. Wissenschaftler aus Frankreich haben ein Hautmodell hergestellt, welches als gänzlicher Ersatz für Tierversuche verwendet werden kann, damit Chemikalien oder Kosmetika getestet werden können. Die Kunsthaut liefert sogar zuverlässigere Resultate als ein Tiermodell, da sie menschliche Zellen verwendet. (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fördern – forschen – heilen, Medizintechnik in Deutschland)

Tissue Engineering ist aus wissenschaftlichem und ökonomischem Blickwinkel ein relatives junges Feld, das sich aber bereits heute durch eine positive Entwicklungsdynamik und ein enormes Entwicklungspotential auszeichnet. Die meisten der Tissue Engineering Unternehmen sind junge, kleine sowie wissenschafts- und technologieorientierte Unternehmen. Die Zahl der Unternehmen, die in Europa in diesem Bereich tätig sind, liegt bei 113 europäischen Unternehmen, davon sind 54 in der In-vitro-Herstellung von Geweben tätig.

Bezüglich der Zahl und Größe der Unternehmen ist die europäische Situation ähnlich wie in den USA. Europäische Unternehmen legen ihren Produktionsschwerpunkt in die Entwicklung von Produkten, die mit körpereigenen Zellen hergestellt werden. (Quelle: www.innovations-report.de). Mit 39 Klein- und Mittelständischen Unternehmen hat Deutschland mit Abstand eine Spitzenposition im Bereich Tissue Engineering. Manche Produkte dieser Unternehmen sind bereits erfolgreich in die klinische Praxis eingeführt worden. (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Exemplarische Unternehmen und Institute