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Zukunftstrends

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Man geht stark davon aus, dass die Entwicklung der Medizintechnologie zukünftig noch rasanter werden wird. Ein breites Spektrum von  hochinnovativen Technologien befindet sich heute im Stadium der klinischen Prüfung oder knapp davor. Die Weichen für eine Geschichte der Erfolge der Medizintechnologien in den kommenden 100 Jahren sind bereits gestellt worden. Aus Expertensicht sind vor allem die Mikrosystemtechnik und die Navigations- und Hilfssysteme für chirurgische Instrumente Medizintechnologien der Zukunft. Die „meist forcierten Forschungsgebiete“ der Industrie von Medizinprodukten sind Orthopädie, Kardiologie und Innere Medizin. Die internationalen Entwicklungen in der Medizintechnologie charakterisieren sich unter anderem durch eine sich weiterentwickelnden Miniaturisierung, durch einen verstärkten Einsatz von IT-Technologien, die Entwicklung von neuen Biomaterialien und die Integration biotechnologischer Verfahren. Nur solche Entwicklungen, die auch einen messbaren Anteil zu einer größeren Leistungsfähigkeit oder Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erbringen, werden Zukunftschancen haben. Zu den wichtigsten Medizintechnologien der Zukunft gehören unter anderem die unten aufgeführten Techniken und Verfahren.

 

Regenerative Medizin

Die Wiederherstellung oder der Ersatz von verletzten Körpergeweben und Organen durch natürliche oder biotechnologische Produkte wird in der Medizintechnik vieles verändern. Neue Technologien ermöglichen statt der Verwendung künstlicher implantierten Prothesen zum Beispiel den Austausch verletzter Haut, Knochen oder Blutgefäßen mit „biotechnologischem“ Gewebeersatz, der in der Regel aus den eigenen Zellen oder Geweben des Patienten besteht. Dadurch erhöhen sich die Biokompatibilität und die Chancen auf bessere Langzeitprognosen eindeutig.

 

Zelltherapien

In Zukunft werden menschliche Zellen Überbringer für Diagnose und Behandlung sein. Zu dieser innovativen Art der Therapie gehören u.a. biotechnologisch veränderte T-Lymphozyten, die durch spezifische Verfahren einen Tumor zerstören. Durch solche Verfahren könnte eine neue Generation der Behandlung von Krebs oder anderen Krankheiten entstehen.

 

Nanomedizin

Die Verwendung von Materialien, Techniken und Geräten in der Medizintechnologie in Dimensionen unter 100 Nanometer wird die Medizin radikal verändern. Die Nano-Biomedizin wird zukünftig die Diagnostik revolutionieren, da sie nicht nur eine besonders schnellere Entdeckung von Krankheiten wie z.B. Krebs ermöglicht, sondern auch die Entwicklung „intelligenter“ medizinischer Materialien, In-vivo-Überwachung und zahlreiche weitere Anwendungen. Die Nanotechnologie bietet zudem die Möglichkeit, minimal-invasive Sensoren zu entwickeln, welche die Analysen bereits im menschlichen Körper durchführen können, ohne die Notwendigkeit eines Labors, z.B. durch unter der Haut implantierte Blutzucker-Überwachungsgeräte. Demzufolge beschleunigen sich Diagnose und Überwachung.

 

Minimal-invasive chirurgische Technologien

Die Entwicklung von Minimal-invasiven Operationstechniken verläuft mit einem rasanten Tempo. Die Vorteile von solchen Technologien sind die geringere Verletzung der Patienten während der Behandlung und die viel kürzere Genesungszeiten. Viele Verfahren, die früher einen längeren stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus erforderten, können heute im ambulanten Bereich oder Tageskliniken durchgeführt werden. Dadurch können die Gesundheitsausgaben maßgeblich reduziert werden.

 

Hochentwickelte biomedizinische Werkstoffe

Die Entwicklung von neuen Materialien für medizinische Anwendungen wird ohne Unterbrechungen fortgesetzt. Beispiele für jüngst entwickelte Materialien sind Hydrogele, welche die Infektionsrate während einer Katheterisierung stark reduzieren, oder so genannte Gedächtnislegierungen, durch welche Stents schnell und präzise gesetzt werden.

 

Vernetzung von medizintechnologischen Produkten und Krankenhaussystemen

Die Bedeutung vom effizienten Einsatz von IT in der Medizintechnologie steigt immer mehr. Eine typische moderne Klinik ist ein unübersichtliches Umfeld aus medizintechnologischen Produkten wie Bildgebungssystemen, Röntgenapparaten und Überwachungssystemen in der Intensivmedizin. Die Integration zahlreicher Technologien und die Möglichkeit durch den Einsatz von Informationstechnologien, relevante Patientendaten innerhalb und zwischen den unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen zu speichern, zu übertragen oder auszutauschen, ermöglicht die Umwandlung solch eines unübersichtlichen Netzes in ein effektives System. Ebenso ermöglicht wird die Integration in Verwaltungs- und Wirtschaftssysteme.

 

Telemedizin

Die ferngesteuerte Patientenüberwachung könnte zukünftig einige Bereiche der medizinischen Versorgung radikal verändern. Diese Art der Technologie wird es zudem Ärzten in abgesonderten Gebieten ermöglichen, in aller Ruhe und ohne Verzögerungen und in Echtzeit Fachzentren zu erfragen. Die Daten von Patienten, denen zum Beispiel kardiologische Implantate eingesetzt worden sind, könnten durch Lesegeräte über Telekommunikations- bzw. Internetverbindungen übertragen werden, wenn sie vom Patienten an seine Brust gehalten werden. (Quelle : BVMed Bundesverband Medizintechnologie e.V.)