Technische Orthopädie, FH Münster
Der Studiengang soll dem Wandel in den Berufsfeldern der Technischen Orthopädie Rechnung tragen, der durch die Fortschritte im Bereich der einschlägigen Ingenieurwissenschaften und bei den betriebswirtschaftlichen Anforderungen ebenso gekennzeichnet ist wie durch Strukturveränderungen in der Unternehmenslandschaft.
Leitidee ist es, die Studierenden in Bereichen auszubilden, die jenseits der traditionellen handwerklichen Qualifikationen, die in der Gesellen- oder Meisterausbildung vermittelt werden, liegen. Dies sind beispielsweise ingenieurwissenschaftliche Methoden zur Konstruktion von Prothesen, die Entwicklung von Werkstoffen oder biomechanische Messtechniken. Im Wahlpflichtbereich kann darüber hinaus ein Schwerpunkt in Chemie oder in der Betriebswirtschaft gelegt werden. Der Studiengang vermittelt neben mathematisch-naturwissenschaftlichem Wissen wie Mathematik, Physik, Klinische Fachkunde, Orthopädische Pathologie und Biomechanik insbesondere ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse in den Bereichen Informatik, Elektrotechnik, Technische Mechanik, Werkstofftechnik, Konstruktionstechnik, Analog- und Digitaltechnik sowie Messtechnik. Nach Einschätzung der Fachverbände existiert ein erheblicher Bedarf an Fachleuten, die über Kompetenzen über die traditionellen Qualifikationen hinaus verfügen. Mögliche Tätigkeitsfelder sind Funktionen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der einschlägigen Industrie, Führungskräfte in Betrieben oder Mitarbeiter in klinischen Bereichen sowie bei Gesundheitsdiensten und Gesundheitsverwaltungen. Dies sind laut Antrag Berufsfelder, die neben denen der traditionellen Meistertätigkeit liegen und somit bislang nicht abgedeckt wurden.
Die Anforderungen in der täglichen Praxis sowie bereits etablierte analoge Ausbildungswege im Ausland belegen die Notwendigkeit eines grundlegenden Strukturwandels in den Berufsfeldern der Technischen Orthopädie auch in Deutschland. Durch eine ingenieurwissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Spezifizierung müssen die an verantwortlicher Stelle in Forschung und Praxis Tätigen weiter qualifiziert werden.
Hier setzt der Studiengang an. Das Curriculum zielt konsequent auf die Vermittlung der wesentlichen Anforderungen an die Studierenden in diesem neu definierten Berufszweig. Schwerpunkte bilden neben der Vermittlung der notwendigen Grundlagenfächer und einer adaptierten klinisch-medizinischen Ausbildung u.a. Konstruktionstechnik, Werkstofftechnik und biomechanische Messtechnik. Ideal ist die Möglichkeit einer betriebswirtschaftlichen Zusatzqualifikation im Wahlpflichtbereich, der auch einen Schwerpunkt in Chemie anbietet. Ganz besonders positiv hervorzuheben ist die Kooperation mit der Klinik für Technische Orthopädie der WWU Münster. Das von hier vorgestellte Curriculum ermöglicht den Studierenden eine sehr praxisorientierte Ausbildung durch Integration in den klinischen Alltag. Das Curriculum umfasst alle wesentlichen und notwendigen Aspekte eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums an einer Fachhochschule, die zu dem angestrebten Abschluss “Bachelor of Engineering“ führen. Das Curriculum ist grundsätzlich von hoher Qualität und wird von entsprechend qualifizierten Lehrenden vertreten. Auch die Gliederung und der Aufbau des Studiums haben sich im Verlauf der Diskussionen als sinnvoll erwiesen. Der Vorlesungsanteil an der Bundesfachschule für Orthopädietechnik verleiht den Studierenden ein deutliches Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Kommilitoninnen und Kommilitonen aus den verwandten Studiengängen der Biomedizintechnik und klassischen Medizintechnik.
Abschlussgrad: Bachelor of Engineering
Regelstudienzeit: 6 Semester
Fachhochschule Münster, www.fh-muenster.de
Fachbereich Physikalische Technik
Kontaktperson: Prof. Dr. Klaus Peikenkamp
Stegerwaldstr. 39
48565 Steinfurt
T: 02551/962527
E-mail: peikenkamp@fh-muenster.de
(Quelle: Akkreditierungsrat)

